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Anmerkung


Skoliose ist keine Krankheit im herkömmlichen Sinne, sondern eine Abweichung der Norm. Sie ist somit auch nicht "heilbar", sondern lediglich "korrigierbar".
 

 


Was ist Skoliose?
(Stand: 19. Juli 2009)
 

Eine Skoliose (griech. skolios = krumm) ist eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule und eines der ältesten orthopädischen Leiden. Sie ist mit einer Deformierung und gleichzeitigen Verdrehung der Wirbelkörper, insbesondere im Scheitel der Krümmung verbunden.
Durch die Verdrehung (Rotation) entsteht auf der Konvexseite der Krümmung der sog. Rippenbuckel, auf der Gegenseite (Konkavseite) das Rippental. Die Thoraxdeformierung ist auch an der Vorderseite des Brustkorbs
zu erkennen.

Die zunehmende Verkrümmung der Wirbelsäule ist im allgemeinen gleichzeitig mit einer zunehmenden Versteifung verbunden.

Eine Skoliose setzt sich im allgemeinen aus einer Primär- und einer Sekundärkrümmung zusammen. Die Primärkrümmung, meist im Brustwirbelsäulenbereich, ist stärker ausgeprägt, die Wirbelkörper zeigen die stärkeren Deformierungen und sind stärker verdreht. Zusätzlich können auch Verbiegungen nach vorn (Kyphose) und nach
hinten (Lordose) vorkommen. Durch die körperliche Verformung entstehen bei den Patienten oft seelische Probleme.

Durch die verbogene Wirbelsäule und die damit verbundene Fehlstellung sind die Muskeln ständig verspannt. Das kann zu Schmerzen im Rücken, Schultern, Nacken und Kopf führen, aber auch in Knien und Fußgelenken. Eine Skoliose muss aber nicht zwangsläufig mit Schmerzen verbunden sein. Häufig fallen ein schiefes Becken, ungleich hochstehende Schultern, ein Rippenbuckel oder eine schräge Kopfhaltung auf.

Abgesehen von den Schmerzen können in schweren Fällen sogar innere Organe wie Herz und Lunge beeinträchtigt sein, so dass eine Operation notwendig wird.

Wie entsteht eine Skoliose?

Im allgemeinen ist die Ursache der skoliotischen Verbiegung unbekannt (idiopathische Skoliose). Man vermutet, dass ein ungleichmäßiges Wachstum der Rückenmuskulatur und der Wirbelkörper die Ursache ist – die eine Seite wächst schneller, die andere langsamer, was die Verdrehung der Wirbelkörper erklären würde.

Bei den idiopathischen Skoliosen sind Mädchen häufiger betroffen, die Skoliose tritt am häufigsten kurz vor und in der Pubertät auf.

Ausgehend vom Zeitpunkt der Entstehung wird die idiopathische Skoliose unterteilt in:

  • Säuglingsskoliose: Die Säuglingsskoliose ist entweder angeboren oder im ersten Lebensjahr erworben. Sie bildet sich in 80 Prozent der Fälle von selbst zurück.

  • Infantile Skoliose: Die infantile Skoliose tritt im zweiten und dritten Lebensjahr vermehrt bei Jungen auf und hat häufig einen ungünstigen Verlauf.

  • Juvenile Skoliose: Juvenile Skoliosen treten zwischen dem vierten Lebensjahr und der Pubertät auf. Ihre Prognose verbessert sich mit dem zunehmenden Alter der Kinder.

  • Adoleszentenskoliose: Liegt der Beginn der Skoliose in der Pubertät, so spricht man von der Adoleszentenskoliose. Die Prognose ist hier günstig.

Neben der idiopathischen Skoliose gibt es seltenere Formen, die auf Erkrankungen zurückzuführen sind. Sie machen etwa zehn Prozent des "Krankheitsbilds" aus und lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen:

  • Osteopathische Skoliosen: Als osteopathische Skoliosen bezeichnet man angeborene Skelettfehlbildungen der Wirbelsäule.

  • Myopathische Skoliosen: Myopathische Skoliosen beruhen auf primären Muskelerkrankungen, wie zum Beispiel der progressiven Muskeldystrophie oder angeborenen Muskeldefekten. Zusätzlich können Narbenskoliosen oder das so genannte Pleuraempyem (Eiteransammlung im Oberkörperraum) in diese Gruppe eingeordnet werden.

  • Neuropathische Skoliosen: Neuropathische Skoliosen treten in Folge schlaffer Lähmungen oder Systemerkrankungen (zum Beispiel Neurofibromatose) auf.

Die Mehrzahl der (vor allem idiopathischen) Skoliosen wird im Alter von zehn bis zwölf Jahren entdeckt. Kinder mit einer Skoliose haben meist keine Schmerzen und gehen häufig wegen der von den Eltern entdeckten Fehlstellungen zum Arzt. Bei einer Skoliose treten Beschwerden meist nicht vor Mitte bis Ende des dritten Lebensjahrzehnts auf. Sie werden dann vor allem nach längerem Sitzen oder Stehen beschrieben und unterhalb der Verkrümmung lokalisiert.

Die dauerhafte Fehlstellung der Wirbelsäule führt zu deren verstärkter Abnutzung (Degeneration), sodass die Beschwerden, wie Schmerzen, der Skoliose mit der Zeit zunehmen. Darüber hinaus treten bei der unbehandelten Skoliose durch die anhaltende Verkürzung des Rumpfs im höheren Lebensalter Komplikationen, wie eine Minderung der Leistung von Herz und Lunge, auf.
 

 

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